Chronik des Löschzugs Groß Reken

1908
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Groß Reken am 8. September 1908

1909
Erster Brandeinsatz beim Schreiner Rohls am 30.1.1909. Aufnahme in den Westfälischen Feuerwehrverband. Stärke der Wehr: 58 Mann. Ein Steigerturm wird in Eigenarbeit erstellt.

1911
Bau des Gerätehauses im Oberdorf. Eine neue Spritze, die Wasser ansaugt, und 200 Meter Schlauch wurden angeschafft. Durch die große Trockenheit dieses Jahres gerieten 20 qkm des 'Weißen Venns' in Brand. Die Wehr war gegen dieses Inferno machtlos. Am 15. August Großbrand im benachbarten Ramsdorf. 11 Häuser brannten nieder. Die Wehr erhielt für ihren Einsatz vom Landgrafen Graf v. Spree ein besonderes Lob.

1919
Trotz der großen Not beginnt das Feuerwehrwesen wieder aufzuleben. Verbandstreffen am 15.11. in Bocholt.

1922
Großbrand in der Hohen Mark. Mehrere Quadratkilometer Hochwald wurden vernichtet. 30 Wehren waren im Einsatz.

1923 - 1924
Aus diesen Inflationsjahren fehlen sämtliche Unterlagen der Wehr.

1927
Gründung eines Spielmannszuges. Die erste Batterielaterne wird angeschafft.

1933
Großes 25-jähriges Jubelfest am 25. September. Auf höhere Anweisung mussten die Kameraden Levinstein und Silberschmidt wegen jüdischer Rassenzugehörikeit die Wehr verlassen. Silberschmidt gehörte seit der Gründung 1908 und Levinstein seit 1912 der Wehr an. Weil sie die Anordnungen der Nationalsozialisten für die Wehr nicht billigten traten 8 Mann aus der Wehr aus.

1938
Die erste Motorspritze wird angeschafft.

1939
1. September: Beginn des 2. Weltkrieges. Der größte Teil der Feuerwehrmänner wird zur Wehrmacht eingezogen. Die Wehr wurde dem Innenminister unterstellt und erhielt Polizeigewalt.

1940
Da mit Bombenangriffen zu rechnen war, wurden eine Reihe älterer Bürger und junge Burschen der Jahrgänge 22/23 zur Wehr zwangsverpflichtet. Erster Bombenangriff auf Groß Reken.

1941
Das erste motorisierte Fahrzeug, ein LF8, wurde angeschafft.

1943
Aufstellung einer Feuerwehrbereitschaft des Kreises Borken aus 14 bis 16-jährigen Jugendlichen. Beim stellvertretenden Wehrführer wurde ein Bunker gebaut, in dem die Gruppe in ständiger Bereitschaft lag.

1944
Großeinsätze durch Bombadierungen: 3. März: Essen, 4. April: Hamm, 23. Mai: Dortmund, 9. September: Buer, 7. November: Gelsenkirchen, 16. Dezember: durch Tiefflieger zerstörter Eisenbahnzug bei Schlecking mit 39 Toten.

1945
Groß Reken im Bombenhagel. Bei Löscharbeiten wurde die Kraftspritze durch Tiefflieger zerstört. Am folgenden Tag räumte die Bevölkerung das Dorf. Die Feuerwehr war aufgelöst. 29. März: Einmarsch der Alliierten. Sie nahmen den im Gerätehaus stehenden LF8 und die komplette Ausrüstung der Wehr mit. 20. August: Neuaufstellung der Wehr.

1946
Der Wehr wurde ein als LF8 umgebautes Militärfahrzeug zur Verfügung gestellt.

1949
Erstes Kameradschaftsfest nach dem Krieg. Die Übungen werden jetzt wöchentlich durchgeführt.

1951
Da die Gemeinde keinen Krankenwagen besitzt, wurde das Feuerwehrfahrzeug auch für Verkehrsunfälle eingesetzt.

1952
Die Wehr erhielt einen Tragkraftspritzenanhänger.

1953
20. September: Erstmals wieder Feuerwehrwettkämpfe auf dem technischen Feuerwehrtag des Kreises Borken in Anholt.

1957
Tödlicher Unfall mit dem für die Wehr vorgesehenen neuen Mannschaftswagen. Bei der Probefahrt verunglückte der Wehrführer Konniger tödlich.

1958
50-Jahrfeier der Wehr.

1959
Mit der Gemeindeverwaltung wurde eine Lohnausfallentschädigung von 2,50 DM pro Einsatzstunde ausgehandelt.

1961
Das Jahr der vielen Brände in Hülsten. Mann sprach sogar von einer Brandallee. In einem Fall konnte ein Brandstifter ermittelt werden.

1962
Die Wehr wurde mit einem Tankwagen ausgerüstet.

1964
Die Wehr ist mit 34 Mann der Feuerwehrbereitschaft beigetreten. Sie wird vom Bund finanziert. Die Fahrzeuge können auch örtlich eingesetzt werden. Die Wehr erhielt einen LF16 und Einsatzkleidung für 20 Mann. Der Grundstein für das neue Gerätehaus wird gelegt. Nun verfügte die Wehr über folgende Fahrzeuge: LF8, TLF16, LF16, KTW und ein Motorrad.

1965
Das neue Gerätehaus wird bezogen und ein Gerätewart wird eingestellt.

1967
Die Wehr erhält einen neuen Anhänger TSA 8.

1970
Gründung der Wehr Reken. Die Feuerwehren aus Groß Reken und Klein Reken werden zusammengelegt und bilden nun eine Feuerwehr mit 2 Löschzügen.

1971
Das Werk Langnese-Iglo hat eine Werkfeuerwehr aufgestellt.

1972
Bei den Ausscheidungswettkämpfen zu den Deutschen Meisterschaften in Frankfurt qualifizierten sich die Gruppen beider Löschzüge. Bei den Wettkämpfen in Frankfurt konnte jedoch keine der beiden Gruppen das Ziel, an den Internationalen Wettkämpfen in der Tschecheslowakei teilzunehmen, erreichen.

Im Oktober dieses Jahres brannte der Viehstall auf der Arbeiterkolonie Maria Veen. Die Wehren Heiden und Velen leisteten Nachbarschaftshilfe. Ein Heiminsasse starb an einer Rauchvergiftung.

1973
Die Wehr erhielt einen neuen Krankenwagen.

1975
Die Wehr erhielt für den Zivilschutz einen RW1. Erstmals wurde bei zwei Bauern durch Prüfung mit Heusonde ein Brand der Gehöfte verhindert. Die Feuerwehr Reken beginnt eine Partnerschaft mit der niederländischen Wehr aus Borculo.

1976
Die Fahrzeuge wurden mit Funk ausgerüstet.

1978
Die Wehr erhielt ihren ersten Rettungswagen.

1980
Die Ausrüstung der Wehr wurde bedeutend verbessert: Anschaffung eines neuen LF8, einer Rettungsschere und Funkalarmempfänger. Bei kleineren Einsätzen wird nicht mehr die gesamte Wehr über die Sirene alarmiert.

1981
Im Feuerwehrgerätehaus in Groß Reken wurde eine ständig besetzte Rettungswache eingerichtet. Zu dieser Zeit hatten Kranken- und Rettungswagen zusammen schon ca. 430 Einsätze pro Jahr.

1983
Großes Fest zum 75-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Groß Reken.

1986
Die ersten Zivildienstleistenden nehmen ihren Dienst an der Rettungswache auf.

1995
Die Rettungswache erhält einen neuen RTW und die Wehr einen neuen TLF 24/50. Die erste Homepage der FF Reken erscheint im Internet.

1996
Die Wehr erhält einen neuen LF16/12 der Firma Ziegler. Anbau und Renovierung des Gerätehauses in Groß Reken beginnen.

1997
Im Juni 1997 wird das Gerätehaus in Groß Reken fertiggestellt und der Feuerwehr übergeben.

Löschzug Groß Reken
Am Wehrturm 12
48734 Reken
Tel. (0 28 64) 944 450

Löschzug Klein Reken
Mühlenweg 4D
48734 Reken
Tel. (0 28 64) 88 38 13

Löschgruppe Maria Veen
Am Kloster 11
48734 Reken
Tel. (0 28 64) 32 45 35