Löschzug Klein Reken

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Klein Reken am 20. Juni 1909

Auf Grund sehr vieler Brände am Anfang des 20. Jahrhunderts beriet man schon im Jahre 1904/05 im Gemeinderat, wie man gegen dieses sehr schreckliche Übel Abhilfe schaffen könnte. So wurde die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr beschlossen. Diese gründete sich am 20. Juni 1909. 25 Personen: 10 Handwerker, 8 Arbeiter, 6 Landwirte und ein Gastwirt gehörten zu den Begründern. Im selben Jahr wurde ein Feuerwehrgerätehaus am Kusebach, heute Parkplatz Hülsbusch, gebaut. Die Uniformen bestanden aus einem grauen Rock mit einem Stoffgurt. Vom Feuerwehrgerätehaus erzählt OFm Heinz Loick folgende Geschichte: Das alte Feuerwehrhaus stand am Kusebach. Mein Vater war Maurer. Er hat dieses Haus mit vielen Kleinrekener Bürgern unentgeldlich aufgebaut. Es gab meines Wissens auch einen Zuschuss hierfür, weil dort ein Pittermann mit angebaut wurde. Rechts im Spritzenhaus war ein Raum, dessen Fenster vergittert waren. Wenn jemand eine Schlägerei angezettelt hatte, wurde er vom Schutzmann dort eingesperrt. Es war also das Kittchen von Klein Reken.

Die Technische Entwicklung des Löschzuges

Vor Gründung der Freiwilligen Feuerwehr verfügte die Gemeinde über eine Druckspritze. Sie wurde wie eine Schubkarre zum Brandort gebracht und mußte von Hand mit Wasser gefüllt werden. Dann Konnten kraftige Männer die Pumpe bewegen und Wasser über Schläuche zum Brandort transportieren. Die Gemeinde ist nach Gründung der Freiwilligen Feuerwehr durch § 14 der ersten Satzung für eine Freiwillige Feuerwehr in Klein Reken "für die Anschaffung und Unterhaltung der Ausrüstungsgegenstände und Geräte" zuständig. So erhielten wir kurze Zeit später das erste Gerätehaus am Kuselbach und eine eigene Druck- und Saugpumpe. Mit ihr konnte das Wasser aus dem Bach angesaugt und bis ins Dorf gebracht werden. Die Kosten fur die Anschaffung waren wohl recht hoch. denn die Gemeinde mußte einige Morgen Land verkaufen. Ein Turm fur die Trocknung der Schläuche konnte erst später an das Gerätehaus angebaut werden. Die Alarmierung der Mannschaft gestaltete sich häufig recht schwierig Geeignete Wehrleute wurden mit dem Signalrohr ausgerüstet und bliesen als Hornisten die Leute aus dem Schlaf oder von der Arbeit weg. Dann mußten Pferde gezäumt und angespannt werden. So schnell wie möglich gings zur Brandstelle. Wenn dann genügend Wasser vorhanden war, konnte man nicht nur Menschen, Vieh und Gerätschaften, sondern auch Haus und Hof erhalten. Die erste Sirene wurde auf der alten Schule installiert. Häufig genug mußte der alte Lehrer Teupe den Alarm auslösen. Von unserem ersten Fahrzeug existiert leider kein Bild. Es wurde gebraucht von der Feuerwehr Borken gekauft und half in Kriegszeiten Männer und Gerät an die vielen Brände zu transportieren.

Nach dem Krieg stand die Feuerwehr ohne Gerät und Hilfsmittel da, weil alles beschlagnahmt wurde. Brandmeister B. Heiming schaffte es aber noch vor seinem Tod 1949 eine Motorspritze zu beschaffen. Aus dieser Zeit eine Geschichte von H. Loick. An einem Samstagnachmittag gegen 17.00 Uhr gab es plötzlich Alarm. Bei Bäcker Vaut brannte ein Schuppen neben dem Wohnhaus. Die Feuerwehr kam ran, die Spritze wurde am Kusebach aufgestellt. Doch so sehr der Maschinist sich auch bemühte, die Spritze sprang nicht an. So mußte die Groß Rekener Wehr zur Hilfe gerufen werden, die den Brand löschte. Gott sei Dank war der Schaden nicht sehr groß. Beim nächsten Üben habe ich folgendes Gedicht zum Besten gegeben. "Ein Schuppen brennt, die Feuerwehr rennt, Spritze kaputt, der Schuppen in ne Futt." Bereits im ersten Amtsjahr von Brandmeister Bröker 1950 wurde ein Anhänger für die Tragkraftspritze angeschafft. Schläuche auf Haspeln, Armaturen und übriges Hilfsgerät konnten mit untergebracht werden. Ein Trecker fuhr den Wagen zur Brandstelle, Sechs Jahre später mußte die alte Handdruckspritze einem neuen Fahrzeug weichen. Wo die alte Handdruckspritze geblieben ist, weiß heute keiner mehr Eine Abordnung der Feuerwehr fuhr nach Ulm zur Firma Ziegler und holte ein neues Löschfahrzeug (LF 8) ab worin eine weitere TS 8 installiert war. Von jetzt an war die Klein Rekener Wehr noch schneller am Brandgeschehen. 9 Leute, oft auch erheblich mehr, konnten neben der gesamten Ausrüstung sehr schnell transportiert werden.

Die Schlagkraft der Wehr erhöte sich noch, als 1958 die alte Motorspritze gegen eine hochmoderne TS8 ausgetauscht wurde. Die zunehmende Motorisierung machte ein Umdenken im Einsatz der Feuerwehr nötig. Immer mehr Technische Hilfeleistungen standen neben den Brandeinsätzen. Die Feuerwehr wurde zum Retter aus allen Lagen. 1967 konnte das neue Feuerwehrgerätehaus am Mühlenweg bezogen werden. Bürgermeister Beckmann übergab die Schlüssel und Pfarrer Heeke segnete das Haus. Seit diesem Jahr wohnt der OBm Manfred Güttler in der dazugehörigen Wohnung und sorgt als Gerätewart hervorragend für die Instandhaltung der Geräte und des Gebäudes. Ein großer Ausbildungsraum, Duschen und Toiletten ergänzen das Gerätehaus optimal. Der freie Platz in der Fahrzeugha!le wurde am 24.2.1972 gefüllt. An diesem Tag konnten einige Feuerwehrleute ein neues Tanklöschfahrzeug TLf 16 in Empfang nehmen. Mitgeführte 2400 L Wasser gewährleisten seither für die ersten 8 Minuten mit 3 Rohren unabhängig eine Wasserversorgung am Brandherd, was in dem weitläufig zu versorgenden Gebiet oft erforderlich ist.

Seit dem 30.3.1982 besitzt die Freiwillige Feuerwehr ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF 8). Dieses Fahrzeug (auf Mercedes Fahrgestell) verfügt neben einer mitgeführten TS 8 über eine Vorbaupumpe mit weiteren 800 L Wasserförderung pro Minute. Hochmoderne Atemschutzgeräte für einen weiteren Trupp ergänzen die Einsatzschlagkraft des Löschzuges enorm. Hoffentlich erbringt es ähnliche Leistungen wie unser geliebtes altes LF 8 (Multipower). Das hatte in den Dienstjahren von 1957- 1982 eine KM-Leistung von 22000 KM, eine enorme Strecke, wenn man die relativ kurzen Einsatzwege vom Standort zum jeweiligen Ensatzort berechnet.Eine optimale Ausrüstung und gut ausgebildete Feuerwehrleute gewähren einen abgerundeten Brandschutz und ausreichende Sicherheiten für die Mannschaften. Dieses wurde bis heute durch die Gemeinde Klein Reken später Reken gewährleistet.

Löschzug Groß Reken
Am Wehrturm 12
48734 Reken
Tel. (0 28 64) 944 450

Löschzug Klein Reken
Mühlenweg 4D
48734 Reken
Tel. (0 28 64) 88 38 13

Löschgruppe Maria Veen
Am Kloster 11
48734 Reken
Tel. (0 28 64) 32 45 35